Basisqualifizierung stationäre Kinder- und Jugendhilfe – Lernfeld 2: Pädagogisches Handeln in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

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Basisqualifizierung stationäre Kinder- und Jugendhilfe für Quereinsteiger:innen

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Beschreibung

Pädagogisches Handeln in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

Lernfeld 2 der „Basisqualifizierung stationäre Kinder- und Jugendhilfe“ vermittelt zentrale Grundlagen professionellen pädagogischen Handelns. Die Teilnehmenden setzen sich mit ihrer pädagogischen Haltung, ihrer Rolle als Fachkraft sowie der Gestaltung von Beziehungen, Gruppenprozessen und Gesprächen auseinander.

Lernfeld 2 ist Bestandteil der achtteiligen Basisqualifizierung „Stationäre Kinder- und Jugendhilfe“.
Zur ausführlichen Beschreibung der Basisqualifizierung

Das erwartet Sie in Lernfeld 2

Kinder und Jugendliche entwickeln sich aktiv in der Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. Dafür benötigen sie verlässliche Beziehungen, Orientierung, Beteiligungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen, die Entwicklung und Bildung ermöglichen.

Fachkräfte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe begleiten diese Prozesse professionell. Sie gestalten den Alltag bewusst, treffen pädagogische Entscheidungen und übernehmen Verantwortung für tragfähige Beziehungen, klare Strukturen und ein sicheres Zusammenleben.

Pädagogisches Handeln ist dabei immer von persönlichen und fachlichen Grundannahmen geprägt. Das eigene Menschenbild, pädagogische Werte und bisherige Erfahrungen beeinflussen, wie Fachkräfte junge Menschen wahrnehmen, Verhalten einordnen und auf herausfordernde Situationen reagieren.

In diesem Lernfeld setzen sich die Teilnehmenden deshalb mit unterschiedlichen Menschenbildern, Werteorientierungen und Erziehungsstilen auseinander. Sie reflektieren, was eine professionelle pädagogische Haltung auszeichnet und wie sich die eigene Rolle von privaten, freundschaftlichen oder elterlichen Beziehungen unterscheidet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Gestaltung tragfähiger Beziehungen. Junge Menschen in stationären Einrichtungen benötigen verlässliche Bezugspersonen, die ihnen mit Respekt, Klarheit und Interesse begegnen. Gleichzeitig müssen Fachkräfte professionelle Grenzen einhalten und Nähe und Distanz bewusst gestalten.

Auch die Gruppe ist ein wichtiger pädagogischer Lern- und Lebensraum. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit Grundlagen gruppenpädagogischen Handelns und erfahren, wie Rollen, Regeln, Beziehungen und Konflikte das Zusammenleben beeinflussen.

Dabei wird betrachtet, wie Fachkräfte Gruppenprozesse wahrnehmen, einordnen und so begleiten können, dass Zugehörigkeit, Beteiligung, gegenseitiger Respekt und soziale Lernprozesse gefördert werden.

Darüber hinaus geht es um die bewusste Gestaltung eines förderlichen pädagogischen Alltags. Räume, Tagesstrukturen, gemeinsame Aktivitäten, Rituale und Übergänge beeinflussen das Wohlbefinden und die Entwicklung junger Menschen. Die Teilnehmenden reflektieren, wie solche Rahmenbedingungen pädagogisch sinnvoll gestaltet werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die professionelle Kommunikation. Gespräche finden in der stationären Kinder- und Jugendhilfe in sehr unterschiedlichen Situationen statt: im Alltag, bei der Aufnahme oder Entlassung, in Konflikten, bei Regelverstößen, in Krisen oder im Kontakt mit Familien und weiteren Fachkräften.

Die Teilnehmenden lernen Grundlagen gelingender Gesprächsführung kennen. Sie setzen sich damit auseinander, wie Gespräche wertschätzend, klar und zielgerichtet gestaltet werden können und wie auch in angespannten Situationen Kommunikation aufrechterhalten werden kann.

Ergänzend werden Grundlagen der Deeskalation, Krisenkommunikation und Gewaltprävention behandelt. Ziel ist es, Spannungen frühzeitig wahrzunehmen, das eigene Verhalten zu reflektieren und Handlungsmöglichkeiten für einen möglichst sicheren und gewaltfreien Umgang mit Konflikten zu entwickeln.

Ziel des Lernfeldes ist es, pädagogisches Handeln fachlich zu begründen, die eigene Rolle bewusster wahrzunehmen und mehr Sicherheit im pädagogischen Alltag der stationären Kinder- und Jugendhilfe zu gewinnen.

Für wen ist dieses Lernfeld geeignet?

Das Lernfeld richtet sich an Fachkräfte, Quer- und Neueinsteiger:innen in stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Dazu zählen insbesondere Mitarbeitende in Wohngruppen, Kinder- und Jugendheimen, intensivpädagogischen Angeboten sowie betreuten Wohnformen.

Es eignet sich für Personen, die grundlegendes pädagogisches Wissen erwerben oder die eigene Haltung, Rolle und Beziehungsgestaltung im beruflichen Alltag vertiefend reflektieren möchten.

Inhalte des Lernfeldes

  • Grundlagen professionellen pädagogischen Handelns
  • Menschenbild und pädagogische Werteorientierung
  • Rolle und Aufgaben pädagogischer Fachkräfte
  • pädagogische Haltung und professionelles Selbstverständnis
  • unterschiedliche Erziehungsstile
  • Beziehungsgestaltung sowie Nähe und Distanz
  • Grundlagen gruppenpädagogischen Handelns
  • Rollen, Regeln und Dynamiken in Gruppen
  • Gestaltung eines förderlichen pädagogischen Alltags
  • Bedeutung von Struktur, Räumen, Ritualen und Aktivitäten
  • Grundlagen professioneller Kommunikation
  • Gesprächsführung im pädagogischen Alltag
  • Gespräche in Konflikt- und Krisensituationen
  • Aufnahme- und Entlassungsprozesse
  • Deeskalation, Krisenkommunikation und Gewaltprävention
  • Reflexion des eigenen pädagogischen Handelns

Was lernen Fachkräfte in diesem Lernfeld?

Nach der Bearbeitung dieses Lernfeldes können die Teilnehmenden:

  • zentrale Grundlagen professionellen pädagogischen Handelns benennen,
  • die Bedeutung von Menschenbild, Werten und Haltung für die pädagogische Praxis erklären,
  • die eigene Rolle und Verantwortung als Fachkraft reflektieren,
  • unterschiedliche Erziehungsstile fachlich einordnen,
  • professionelle Beziehungen bewusst und grenzachtend gestalten,
  • Gruppenprozesse und Alltagssituationen pädagogisch wahrnehmen,
  • förderliche Strukturen und Rahmenbedingungen im Alltag erkennen,
  • Grundsätze professioneller Gesprächsführung beschreiben,
  • Gespräche in Alltagssituationen, Konflikten und Krisen bewusster gestalten,
  • Spannungen und Eskalationsrisiken frühzeitig wahrnehmen,
  • grundlegende Möglichkeiten der Deeskalation und Gewaltprävention einordnen,
  • das eigene pädagogische Handeln fachlich reflektieren und begründen.

Bearbeitungsumfang

Der Bearbeitungsumfang dieses Lernfeldes beträgt etwa 30 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.

Der Gesamtumfang der „Basisqualifizierung stationäre Kinder- und Jugendhilfe“ umfasst acht Lernfelder mit insgesamt etwa 240 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.

Darin enthalten sind:

  • die Bearbeitung des Schulungsbriefes,
  • ergänzende Audio- und/oder Videoinhalte,
  • Fragen zum Textverständnis,
  • Reflexions- und Transferaufgaben,
  • Übungen zur Anwendung im beruflichen Alltag,
  • eine abschließende Lernkontrolle.

Zertifikat

Das Lernfeld kann einzeln gebucht und zertifiziert werden. Nach der vollständigen Bearbeitung der Lerninhalte und dem erfolgreichen Abschluss der Lernkontrolle steht ein Lernfeldzertifikat zum Download zur Verfügung.

Wer alle acht Lernfelder der Basisqualifizierung erfolgreich bearbeitet und die jeweiligen Lernkontrollen bestanden hat, erhält zusätzlich das Gesamtzertifikat:

„Basisqualifizierung stationäre Kinder- und Jugendhilfe“

Teil der Basisqualifizierung

Dieses Lernfeld ist Bestandteil der achtteiligen Basisqualifizierung „Stationäre Kinder- und Jugendhilfe“. Die Lernfelder können einzeln oder als vollständige Qualifizierung bearbeitet werden.

Das Komplettpaket: Alle Informationen zu Inhalten, Aufbau und Gesamtzertifikat der Basisqualifizierung „Stationäre Kinder- und Jugendhilfe“

Zusätzliche Information

Zertifizierung

Pädagogische Fachkraft, Fachfremde Person